Vierkampf Qualifikationsturnier Bern Mai 2011

Das Team Hessen fuhr am Freitag, den 6.5.2011 auf den Junioren Vierkampf auf der PFERD, einer Messe in Bern (Sa, 7.5. & So, 8.5.). In der Schweiz ist die Mannschaftssportart bei Kindern und jungen Erwachsenen im Altern von 10 bis 20 Jahren sehr beliebt. Gemessen hat sich das einzige Team aus Deutschland mit 16 Vierer-Teams aus der Schweiz.

Antonia Bayer, Anahita Daneshjoo, Saskia Martens (KRB Darmstadt-Dieburg) und Julia Spranger (KRB Odenwald), fuhren mit Familie Spranger, Reinhard Bayer und ihrer Trainerin Tina Weber Freitagnachmittag nach der Schule gemeinsam in die Schweiz. Nach einer 4 ½-stündigen Fahrt wurden wir in der Schweiz sehr nett empfangen und es wurden uns Stallungen der Pferde, der Hof, unsere Schlafplätze und die Messe gezeigt, welche für die kommenden Tage unser Zuhause sein würden. Das Nationale Pferdezentrum Bern liegt direkt neben dem Messegelände der BEA bern expo am Stadtrand von Bern. Miterleben konnte die Mannschaft in diesen drei Tagen die Ausbildung der für die militärischen Bedürfnisse benötigten Pferde, deren Weiterbildung auf zwei Außenplätzen, einer Sandbahn und einem für uns traumhaften Naturspringgarten mit den unterschiedlichsten Gräben und Wällen.

Nachdem wir das alles bewundern dürften, ging es für uns in der Zivilschutzanlage des BEA Geländes und in einen Raum mit rund 60 Betten, in dem wir 2 Nächte verbringen würden. Mehr oder weniger verwundert darüber, die Nacht ebenfalls mit den 45 Vierkämpfer, ihren Betreuer und Trainern zu verbringen, übten wir (noch alleine unter der Erde) unsere Dressuraufgabe für den kommenden Tag, da es Nachholbedarf gab betreffend der Schweizer  Dressuraufgaben. Als Belohnung trafen sich Eltern und Vierkämpfer aus Deutschland dann zum Ausklingenlassen des Tags auf dem Messegelände um dort gemeinsam etwas zu trinken und ein wenig zu gewöhnungsbedürftiger Musik zu tanzen. Um fit für den kommenden Morgen zu sein, lagen wir natürlich früh genug im Bett. Der Tag begann damit, dass wir verzweifelt etwas zum Frühstücken gesucht haben, um festzustellen, dass Sandwiches in der Schweiz so viel kosten, wie ein durchschnittliches Mittagessen in Deutschland. Nachdem wir unsere Pferde empfangen dürften, die wir netterweise zur Verfügung gestellt bekommen haben, machten wir uns warm fürs Laufen. Antonia Bayer, die in der Kategorie B für jüngere Vierkämpfer startete, begann mit dem Laufen. Der 3000m Lauf auf der Sandbahn des Reitzentrums fand in Gruppen statt, die nach steigenden Laufzeiten eingeteilt wurden. Antonia Bayer kam in ihrer Gruppe als 1. ins Ziel mit einer Zeit von 13:55 Minuten und belegte mit dieser Zeit den 12.Platz von 20 Junioren und Juniorinnen in der Kategorie B. In derselben Gruppe liefen die 3 weiteren Teammitglieder aus dem Team Hessen Anahita (13:58:13, Julia (13:58:79) und Saskia (13:30) und kämpften sich von Anfang an nach vorne um ihre Positionen zu halten und kurz nacheinander im Ziel einzutreffen. Trotz dieser soliden Leistungen konnten sie gegen die sportlichen Schweizer nur einen Platz Nummer 6 belegen nach dem Laufen. Nach der Dressur sollte sich das ändern. Mit 3 guten Dressurpferden und einem Freiberger starteten die Hessen in der Mannschaftsdressur. Man meine alles sei gut gewesen, nachdem sie den Freiberger bändigen konnten und er so gnädig war seine Reiterin Anahita aufsteigen zu lassen, doch endete das Abreiten mit genervten Mienen aufgrund einiger Buckler beim Abteilungsreiten auf dem Abreiteplatz. Nach einem langen Weg durch den Straßenverkehr Berns auf das Messegelände und zur Halle konnten sich die Reiterinnen als beste Dressurmannschaft beweisen. Die beste Note im Team ritt Julia Spranger mit der Wertnote 7,7 und belegte damit knapp hinter einer 7,8 den zweiten Platz in der Gesamteinzelwertung der Dressur. Saskia Martens ritt mit Valino eine 7,4, Antonia Bayer eine 6,8 und Anahita eine Wertnote von 6,7. An diesem Nachmittag beschloss die Mannschaft einen gemeinsamen Ausflug in die Alstadt von Bern zu machen, um eisessend Bären zu beobachten. Zurück auf der Reitanlage dürfte die Mannschaft freudig feststellen, dass sie die beste Dressur aller teilnehmenden Mannschaften geritten ist und sich von Platz 6 in der Gesamtmannschaftswertung auf Platz 3 vorarbeiten konnte.

An diesem Abend verbrachten sie die Nacht mit den anderen Mannschaften, die erst am Samstagmorgen angereist waren, in einem gemeinsamen Schlafsaal mit dreistöckigen Betten und mussten sich darauf einstellen, dass es eine mehr oder weniger „aktive“ Nacht werden würde. Mit Augenrändern bei kühlen Temperaturen mussten sich die Vierkämpfer am Sonntag, dem 8.5.2011 ins Schwimmbad begeben. Das Team schwamm zufriedenstellende Zeiten gegen die guten Schweizer Mannschaften und  belegte die Ränge 16 (Antonia 00:39.75), 14 (Julia 00:36.56), 17 (Saskia Martens 00:36.51) und Rang 19 (Anahita 00:37.75).

Nach einem gemeinsamen Frühstück mit allen Vierkämpfern auf dem 100'000 m2 Freigelände der Bernexpo in der PostFinance-Arena, welche mit 17 000 Sitz- und Stehplätzen zu den größten Eventhallen in Europa gehört, nicht weniger beeindruckend war, musste das Team Deutschland seine zwei zur Verfügung gestellten Pferde für die Springprüfung vorbereiten und ihre zwei zugelosten Pferde einer anderen Vierkampfmannschaft in Empfang nehmen. Das Abreiten für das Springen verlief trotz Zeitdruck gut und die Mannschaft absolvierte den Parcours nicht weniger erfolgreich als bereits die Dressur. Team Deutschland konnte mit Valino, einem erfahrenen Springpferd, mit der Reiterin Anahita Daneshjoo und einer Wertnote von 9,5 den ersten Platz in der Einzelwertung der Kategorie A belegen. Mit einer Wertnote von 7,7 belegte Saksia Martens in dieser Disziplin Platz 12. Neben Anahita und Saskia konnte auch Julia den Parcours mit einer Wertnote von 6,5 fehlerfrei beenden. In der Kategorie B belegte Antonia Bayer erfolgreich den 4. Platz in der Gesamteinzelwertung dieser Disziplin mit der Wertnote 7,7, nicht weit entfernt von der Siegernote 8,0 in dieser Kategorie der jüngeren Teilnehmer.

Nachdem alle Mannschaften gestartet waren, die Mannschaften ihre Pferde versorgt und die Boxen im  Stallzelt geräumt hatten, dürfte sich Team Hessen entspannt von außen die Quadrille der Schweizer ansehen. Mit gleichen Outfits lieferte diese eine erstklassige Quadrillenaufführung auf der Messe PFERD und ernteten den Applaus der zahlreichen Zuschauer. Zur Siegerehrung blieben die Pferde der Quadrille und ihre Reiter in der Halle und die restlichen Teilnehmer kamen von außen hinzu, um sich vom Organisator ehren zu lassen. Mit 19‘910 Punkten hätte das Team aus Hessenals dritter auf dem Treppchen gestanden hinter den Schweizer Team Birkenhof Albis (20‘722) und Kerns Pegasus (20‘072). Nachdem jedoch die Streichergebnisse von der Gesamtpunktzahl abgezogen wurde, rutschte das Team mit 15‘287 Punkten auf Platz 4 hinter KVA Säuliamt II (15‘464). Mit einer Punktzahl von 16‘141 blieb Birkenhof Albis verdient auf dem Siegertreppchen. Geehrt wurde Anahita nochmal führe ihre beste Wertnote im Springen aller Teilnehmer der Kategorie A für ältere Teilnehmer bis 20 Jahre. Sie hatte die Ehre an diesem Wochenende wenigstens in einer Disziplin auf das Siegertreppchen  zu steigen. Gegen 18.00 Uhr trat die Mannschaft die Heimreise an und trennte sich nach einem Abendessen an einer Autobahnraststelle bei Mc Donald’s. Gegen  0.00 Uhr konnten alle in ihren Betten zurückblicken, auf ein erfolgreiches und schönes Wochenende, dankbar für die  Möglichkeit diese Erfahrung in der Schweiz 2011 machen zu dürfen.

Anahita Daneshjoo 

weitere Bilder unter http://www.krb-da-di.de/vierkampf/vierkampf-schweiz-2011/ 

 

   
   
   
 
 Vierkampf in der Schweiz 2010
Spaß, Teamgeist und Erfolg sowie eine tückische Alarmanlage
 
Am zweiten Maiwochenende reiste die Hessische Auswahlmannschaft bestehend aus Victoria Pavel (KRB Kassel Stadt und Land), Tamara Rühl (BRB Oberhessen-Mitte), Jonas Knieling (KRB Darmstadt-Dieburg) und Patrick Spichal (KRB Main-Kinzigtal) mit Mannschaftsführerin Anne Roßbach, Lauftrainer Daniel Maier und Victorias Eltern, Esther und Peter Pavel, nach Affoltern am Albis in der Schweiz, um dort die Hessischen Farben beim Vierkampf zu vertreten.
Die Anreise am Freitag verlief entspannt und wir wurden auf dem Birkenhof von Susanne Schelling freundlich empfangen. Auch die Besichtigung der Unterkunft fiel entgegen früherer Erfahrungen positiv aus. Nach einem gemeinsamen Abendessen wurde die Nachtruhe eingeläutet. Diese wurde jedoch jäh von einem sehr lauten und schrillen Geräusch unterbrochen. Nicht genannten Teilnehmer hatten ausprobiert, ob wir bei einem Notfall auch gut das Gebäude durch den Notausgang hätten verlassen können. Jeglicher Versuch, den kleinen, grünen, piepsten Kasten mittels Schlüssel auszuschalten, scheiterte kläglich. So erschien nach längerem Warten die Kantonspolizei, um den „Fall“ zu lösen. Nach längerem „Herumrätseln“ konnte auch dieser Fall gelöst und die Alarmanlage kostenfrei abgestellt werden.
Am Samstagmorgen hatten wir die Möglichkeit, einen Teil der am Wettkampf eingesetzten Pferde auszuprobieren. Der Birkenhof Affoltern von Susanne Schelling hatte tolle Pferde zur Verfügung gestellt, und so verlief das Probereiten zur allgemeinen Zufriedenheit. Danach kümmerten wir uns um „unsere“ Pferde Uberon und Candiela, die wir für den Wettkampf zur Verfügung gestellt bekommen hatten.
Der Wettkampf startete am Samstagmittag im Schwimmbad in Langnau. Schnellster hessischer Schwimmer war hier Patrick Spichal mit 32:80 sowie knapp dahinter Jonas Knieling mit 32:96 Sekunden. Trotz dieser guten Leistungen rangierten die Hessen nach der ersten Teilprüfung auf dem siebten und letzten Platz.
 Weiter ging es bei strahlendem Sonnenschein mit der Fahrt durch eine wunderschöne Landschaft zur Laufstrecke. Sogar den Züricher See konnten wir auf der Fahrt bewundern. Die Laufstrecke war fair angelegt und gut präpariert, was auf schnelle Zeiten hoffen lies. Die Läufe wurden in drei Gruppen gestartet, sodass es am Start kein Gedränge gab.
Als erstes musste unser „Kücken“ Victoria Pavel ins Rennen. Sie schaffte es, deutlich unter ihrer Trainingszeit zu bleiben und kam mit einer Zeit von 15:39 ins Ziel. Tamara Rühl war leider gesundheitlich angeschlagen und konnte deshalb ihre gewohnt gute Leistung nicht ganz abrufen. Jonas und Patrick starteten zum Abschluss wie erwartet im schnellsten Lauf. Beide hatten sich viel vorgenommen, wussten sie doch um die Laufstärke der Schweizer Teilnehmer, die durch ihr ganzjähriges Laufraining einen großen Vorteil hatten.
Zur Überraschung aller schaffte es Patrick, den Lauf zu gewinnen. Er kam mit einer Zeit von 11:34 als erster mit der Hessenfahne in der Hand ins Ziel, Jonas wurde sensationeller Vierter. Die Freude war riesengroß! So belegten die Hessen im Laufen den dritten Rang und schafften es so, sich auf den vierten Platz im Gesamtklassement vorzuschieben. Patrick hatte zusätzlich die Führung in der Einzelwertung übernommen, Jonas belegte den vierten Platz und die Mädels lagen auf „Lauerposition“ im Mittelfeld.
Müde und geschafft ging es in die Unterkunft, um sich auf den bunten Abend mit „Spiel und Spaß“ vorzubereiten. Nach einem leckeren Abendessen wurde zum Abschluss gemeinsam ein Film geschaut, womit nach den Anstrengungen des Tages jeder einverstanden war.
Der Sonntagmorgen begann für die hessischen Teilnehmer ganz entspannt, hatten sie sich doch in der Dressur auf die 8. Startposition gelost und konnten so den Start der ersten Mannschaften und die zugelosten Pferde am Rande des Vierecks beobachten. Das war gut so, denn das Schweizer Dressurprogramm unterscheidet sich doch sehr von unseren Aufgaben. So wechselt während der Aufgabe mehrfach die Spitze, manchmal muss sich die Gruppe teilen, sodass das Programm fast einer Quadrille ähnlich ist.
Das Abreiten war eine kleine Herausforderung für unsere Teilnehmer, denn der Abreiteplatz entpuppte sich als kleine Wiese mit deutlichem Gefälle. Zudem war die Zeit zum Abreiten auf 20 Minuten begrenzt. Wie erwartet kamen die Hessen mit den zugewiesenen Pferden gut zurecht und konnten ihre Aufgabe zur Zufriedenheit aller absolvieren. Beste hessische Reiterin war hier Victoria, die für ihren feinen Ritt eine Wertnotensumme von 6,896 erhielt und in ihrer Altersklasse den vierten Platz erzielte. Jonas wurde mit 6,813 Punkten Fünfter.
 
Es folgte Patrick auf dem siebten Platz (6,583) und Tamara, die das schwierigste Pferd zugeteilt bekommen hatte, auf dem 14. Rang (6,188). So konnten die Hessen den dritten Platz in der Dressur belegen und sich damit auch auf den dritten Rang in der Gesamtwertung vorschieben. Alle Mannschaften lagen in der Punktwertung eng zusammen, und so versprach das Springen spannend zu werden.
 
Das Springen fand bei herrlichem Wetter auf einer großen, hügeligen Wiese, dem „Springgarten“, statt. Hier mussten die Hessen als zweite Mannschaft ins Rennen und hatten so keine Möglichkeit, die zugelosten Pferde unter den eigenen Reitern zu beobachten. Alle vier Reiter kamen mit ansprechenden Ritten aus dem Parcours, wobei Jonas einen und Patrick zwei ärgerliche Abwürfe hinnehmen mussten. Auch hier war es wieder „Kücki“ (Victoria), die mit ihrer Stute Candiela mit einer Wertnotensumme von 7,333 in ihrer Altersklasse den dritten Platz belegte.
Jonas wurde mit einer tollen Wertnote von 7,667 Fünfter im Klassement der älteren Teilnehmer. Tami folgte auf Rang acht (6,833) und Patrick wurde aufgrund der Abwürfe 14. (7,163). Durch diese geschlossene Mannschaftsleistung schafften es die Hessen, im Springen Zweiter in der Mannschaftswertung zu werden.
Mit Spannung wurde die Siegerehrung erwartet, denn die Endergebnisse wurden vorher nicht bekannt gegeben, auch die Ergebnisse vom Springen blieben noch geheim. Zuerst wurden die erstplatzierten in den einzelnen Disziplinen geehrt. Hier konnten wir mit Patrick den Sieger im Laufen sowie mit Jonas den drittplatzierten im Springen stellen. Die Siegerehrung der Mannschaften wurde „von hinten nach vorne“ vorgenommen, es blieb also weiterhin spannend. Die beiden Mannschaften vom Birkenhof hatten starke Leistungen abgeliefert, wie würde die Rangierung aussehen? Als der dritte Platz für die Mannschaft Birkenhof Affoltern aufgerufen wurde, waren wir überglücklich, denn die Hessen belegten den sensationellen zweiten Platz! Es siegte die gastgebende Mannschaft Birkenhof Albis.
Auf der Rückfahrt waren sich alle einig, ein spannendes Wochenende mit tollen Gastgebern erlebt zu haben, die immer für uns da waren und uns freundlich aufgenommen haben. Es war ein außergewöhnliches Erlebnis, den Vierkampf in der Schweiz kennenzulernen. Wir waren gerne da! 
 
 
 
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