Foto: Jana Chladek

Zum Saisonabschluss führten die Süddeutschen Mannschaftsmeisterschaften die Fahrer aus den süddeutschen Pferdesportverbänden am letzten Wochenende im September nach Lauchheim-Hülen. Der Ländervergleichskampf ist jedes Jahr ein Highlight im Fahrsportkalender. Die Teams aus Hessen sicherten sich den Sieg in der Konkurrenz der Einspänner Pferde, Silber bei den Zweispänner Pferden und Bronze bei den Einspänner Ponys.

In der Dressur lief es für die hessischen Teams bereits sehr vielversprechend. Neun Platzierungen holten sich die Fahrer in den vier Anspannungsarten. Elena Scheipers fuhr bei den Zweispänner Pferden zum Sieg. Anke Unzeitig platzierte sich als Zweite bei den Einspänner Pferden, dicht gefolgt von Friederike Engelhard und Frank Söhngen auf den Rängen vier und fünf. Bei den Zweispänner Ponys sah es mit Platz fünf für Verena Engelbach und Platz sechs für Scarlett Sophie Grünewald ebenfalls rosig aus. Unter den Einspänner Ponys behaupteten sich vor allem die Newcomer in der Dressur: Argentina Hofmann platzierte sich als Vierte und Daniela Nube als Siebte. Audrey Bannert fuhr als Achte ebenfalls in die Platzierung.

Am Geländetag hieß es wortwörtlich „Erbarme, zu spät! Die Hesse komme!“, denn in allen Anspannungsarten ging der Sieg nach Hessen. Audrey Bannert und ihr Kämpferherz Machu Picchu gewannen bei den Einspänner Ponys. In der Konkurrenz der Einspänner Pferde lieferten sich Jana Chladek und Jörg Richter ein hessisches Duell, bei dem die Viernheimerin ihren Vereins- und Teamkollegen auf Rang zwei verwies. Ruben Moron Zirfas fuhr für die zweite Hessenmannschaft außerdem auf den siebten Rang. Eric-Peter Schäfer trumpfte im Marathon der Zweispänner Pferde auf, Elena Scheipers zog mit Platz sechs mit. Die Mannschaft, die aus diesem Duo bestand, war somit auf Silberkurs. Während Verena Engelbach mit ihrem Marathonsieg ein sagenhaftes Ergebnis für Hessen I der Zweispänner Ponys sorgte, verbuchten ausgerechnet beide Teamkolleginnen Anne Sauer und Scarlett Sophie Grünewald ein Korrigiertes Verfahren. Damit rückte ein Treppchenplatz für das Team in weite Ferne.

Nach dem Marathon sorgte der Showabend für ausgelassene Stimmung. Während die Bayern lediglich Bierkrug heben anstimmten – bei dem ihr eigener Vertreter kläglich scheiterte und Falko Falkenberg für Rheinland-Pfalz triumpfierte – waren die anderen Landesverbände deutlich kreativer. Auch dieser Sieg ging nach Hessen: Unter dem Motto Disneyland Hessen performten die Fahrsportler als 7 Zwerge, ließen die Glocken von Notre Dame und Rom läuten und verliebten sich in die Schöne und das Biest. Ein kreativer und stimmungsvoller Ausflug ins Märchenland…

Am Finaltag startete Amber Rose Bannert als erste Fahrerin in den Kegelparcours. Die erlaubte Zeit wurde in allen Anspannungsarten hochgesetzt, was den Parcours nicht weniger anspruchsvoll machte. Amber Rose Bannert fuhr ohne Hindernisfehler ins Ziel und lieferte mit 4,89 Strafpunkten ihr Ergebnis für Hessen I bei den Einspänner Ponys. Ihre Schwester Audrey Bannert sorgte mit einem Abwurf und 0,47 Strafpunkten für das zweite Ergebnis. Damit freute sich die Mannschaft Hessen I, zu der neben den Schwestern auch Peter Angele gehörte, über die Bronzemedaille hinter Baden-Württemberg I und Bayern I. Audrey Bannert sicherte sich in der Einzelwertung den fünften Platz. Amber Rose Bannert rangierte auf Platz acht. Hessen II mit Daniela Nube, Argentina Hofmann und Kimberly Mutsch, die allesamt erstmalig bei den SDMM antraten, landete auf Rang sechs. Claudia Lauterbach übernahm die Führung der hessischen Mannschaften, unterstützt von Dieter Lauterbach.

Es folgte die Entscheidung in der Kategorie der Einspänner Pferde, in der Hessen I durch die hervorragende Dressur von Anke Unzeitig und die überragenden Leistungen von Jana Chladek und Jörg Richter im Marathon in Führung lag. Mit einem Abwurf für Jana Chladek sowie 3,41 Strafpunkten für Anke Unzeitig, durch die sie an siebter bzw. neunter Stelle platziert waren, baute Team Hessen I seinen Vorsprung sogar weiter aus und nahm den Wanderpokal wieder mit nach Hessen. Mit einer grandiosen Runde machte Friederike Engelhard im Kegelparcours auf sich aufmerksam. Die hessischen Teilnehmer fieberten mit und trugen sie mit viel Applaus über die Ziellinie – lediglich 2,52 Strafpunkte für Zeit gingen letztendlich auf ihr Konto: Platz drei in der laufenden Wertung. Ihre Mannschaft, zu der Ruben Moron Zirfas und Frank Söhngen gehörten, erreichte Platz fünf. Dabei fiel aufgerechnet das gute Dressurergebnis von Frank Söhngen weg, da er im Marathon eliminiert wurde. Er war leider in Hindernis fünf statt in Hindernis vier eingefahren. Silber ging nach Sachsen/Thüringen, Baden-Württemberg erlangte den Bronzerang. In der Einzelwertung fuhren vier Hessen in die Platzierung. Jörg Richter führte das Trio aus Hessen I auf Platz vier an, Anke Unzeitig erhielt die blaue Schleife vor Jana Chladek auf Rang sechs. Friederike Engelhard platzierte sich als Achte, während ihr Mannschaftskollege Ruben Moron Zirfas mit Platz neun auf dem Reserverang landete.

 

Das beste Ergebnis im Kegelfahren der Zweispänner Ponys aus hessischer Sicht lieferte Tanja Schmelz. Mit lediglich 1,2 Strafpunkten für Zeitüberschreiben wurde sie Fünfte und damit zog ihr Team Hessen II, das sie mit Alina Henkel bildete, an Hessen I vorbei. Für Hessen II zeigte erneut Verena Engelbach die beste Leistung, landete im Kegelfahren im Mittelfeld und wurde Zweite in der Gesamtwertung. Eine hervorragende Leistung der Doppel-Hessenmeisterin. Auf dem Treppchen stand in diesem Jahr die Mannschaft aus Baden-Württemberg vor Sachsen/Thüringen und Bayern. Hessen II erreichte Platz sechs vor Hessen I auf Platz sieben.

Eine sichere Ausgangslage hatten Elena Scheipers und Eric-Peter Schäfer durch ihre Siege in Dressur bzw. Marathon geschaffen. Auch wenn sie ohne Streichergebnis auskommen mussten, lagen sie auf Silberkurs hinter Baden-Württemberg I und mit sicherem Abstand vor Sachsen/Thüringen. Eric-Peter Schäfer legte mit zwei Abwürfen im Kegelparcours und einem Hauch an Zeitfehlern, nämlich 0,51 Strafpunkten, gut vor. Elena Scheipers Fahrt sah zunächst auch sehr vielversprechend aus, flott unterwegs und ohne Fehler – bis am 16. Kegelpaar, einem Oxer, der erste Ball fiel, in der darauffolgenden Schlangenlinie der zweite und schließlich im Schlussoxer der dritte Ball zu Boden ging. Damit verbuchte sie mit der neuntbesten Fahrt den zweiten Reserverang. Eric-Peter Schäfers Leistung wurde mit dem fünften Platz belohnt. In der Kombinierten Wertung hielt Elena Scheipers ihren zweiten Platz, Eric Peter Schäfer sicherte sich Rang sechs. 15 Punkte Vorsprung hatten sie am Ende vor den Bronzemedaillengewinnern aus Sachsen/Thüringen, während Baden-Württemberg I den Vorsprung noch etwas ausbauen konnte und damit siegte – Silber für Team Hessen.

 

Text: Scarlett Sophie Grünewald