Der hessische und deutsche Pferdesport verliert eine außergewöhnliche Persönlichkeit. Foto: KL

Mit großer Trauer und tiefer Dankbarkeit nehmen wir Abschied von Manfred Louven, der am 26. Juni 2026 im Alter von 78 Jahren verstorben ist.

Mit ihm verliert der hessische und deutsche Pferdesport eine außergewöhnliche Persönlichkeit. Manfred Louven war Visionär, Förderer, Unternehmer, Gastgeber und vor allem ein leidenschaftlicher Pferdemensch. Sein Name steht für jahrzehntelanges Engagement, höchste Qualität, gelebte Verantwortung und eine tiefe Verbundenheit mit dem Pferdesport. Sein Wirken hat Generationen von Reiterinnen und Reitern geprägt und den Dressursport nachhaltig beeinflusst.

Über viele Jahrzehnte hinweg setzte sich Manfred Louven mit außergewöhnlichem persönlichem Einsatz für den Pferdesport ein. Sein Lebenswerk ist untrennbar mit dem Dressurstall Waldfried in Frankfurt verbunden. Unter seiner Führung entwickelte sich Waldfried zu einer international anerkannten Ausbildungs- und Begegnungsstätte des Dressursports. Spitzensportlerinnen und Spitzensportler, Nachwuchstalente, Ausbilderinnen und Ausbilder sowie Pferdebesitzerinnen und Pferdebesitzer aus dem In- und Ausland fanden dort ideale Bedingungen für Ausbildung, Training und sportliche Entwicklung. Waldfried wurde weit über die Grenzen Hessens hinaus zu einem Synonym für Qualität, Gastfreundschaft und exzellente Pferdeausbildung.
Waldfried war jedoch weit mehr als eine Reitanlage. Es war ein Ort der Begegnung, des Austauschs und der Gastfreundschaft. Manfred Louven war ein ausgesprochener Genussmensch. Er verstand es, Menschen in angenehmer Atmosphäre zusammenzubringen, gute Gespräche zu führen und Freundschaften entstehen zu lassen. Seine Offenheit, seine Herzlichkeit und seine Freude daran, Gastgeber zu sein, machten Waldfried zu einem Treffpunkt weit über den Pferdesport hinaus.

Manfred Louven war überzeugt, dass wahrer sportlicher Erfolg nur auf Vertrauen, Respekt und Verantwortung gegenüber dem Pferd entstehen kann. Diese Haltung prägte sein gesamtes Wirken. Er investierte nicht nur in Anlagen und Pferde, sondern vor allem in Menschen. Er erkannte Talente frühzeitig, förderte sie mit großer Leidenschaft und ermöglichte vielen Reiterinnen und Reitern den Weg an die nationale und internationale Spitze. Sein Engagement geschah häufig im Hintergrund – leise, bescheiden und ohne großes Aufsehen, aber mit einer Wirkung, die bis heute nachhallt.

Ebenso bemerkenswert war seine Fähigkeit, Menschen zusammenzuführen. Seine Reitanlage war über viele Jahre hinweg Treffpunkt der internationalen Pferdesportfamilie. Bei Turnieren, Lehrgängen und persönlichen Begegnungen schuf er Räume für Austausch, Freundschaft und sportliche Entwicklung. Wer Manfred Louven begegnete, erlebte einen Menschen mit Herzlichkeit, feinem Humor, klaren Werten und einer beeindruckenden Bescheidenheit. Sein Rat war gefragt, seine Un-terstützung geschätzt und seine Begeisterung für den Pferdesport ansteckend.

Besonders eindrucksvoll war sein unermüdlicher Einsatz für den Erhalt der traditionsreichen Galopprennbahn in Frankfurt. Mit großer Leidenschaft kämpfte er dafür, diesen historisch bedeutenden Standort des Pferdesports zu bewahren. Auch wenn sich nicht alle seine Hoffnungen erfüllten, blieb sein Einsatz beispielhaft. Er zeigte, wie sehr ihm die Geschichte, die Kultur und die Zukunft des Pferdesports am Herzen lagen und wie entschlossen er bereit war, für seine Überzeugungen einzustehen.

Sein außergewöhnliches Netzwerk war legendär. Ob Persönlichkeiten aus Sport, Wirtschaft, Politik oder Gesellschaft – Manfred Louven verstand es wie kaum ein anderer, Menschen miteinander ins Gespräch zu bringen und gemeinsame Ziele zu verfolgen. Er war überzeugt, dass nachhaltige Entwicklungen nur im Miteinander entstehen können. Sein Netzwerk stellte er dabei niemals für persönliche Interessen, sondern stets in den Dienst des Pferdesports und der Gesellschaft.

Für Hessen war Manfred Louven weit mehr als ein erfolgreicher Förderer des Dressursports. Er war ein Botschafter unseres Bundeslandes und trug maßgeblich dazu bei, dass Hessen über Jahrzehnte hinweg zu den bedeutenden Standorten des internationalen Dressursports gehörte. Mit seinem Weitblick, seiner Tatkraft und seiner Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, setzte er Maßstäbe, von denen der Pferdesport bis heute profitiert.

Sein Verantwortungsbewusstsein beschränkte sich nicht auf den Pferdesport. Auch gesellschaftlich und politisch brachte sich Manfred Louven über viele Jahre mit großem Engagement ein. Er verstand Ehrenamt nicht als Verpflichtung, sondern als Selbstverständlichkeit. Wo Verantwortung übernommen werden musste, war er bereit, sich einzubringen, Brücken zu bauen und Lösungen zu entwickeln. Sein Wirken war stets von dem Wunsch geprägt, Gemeinschaft zu stärken und Zukunft aktiv mitzugestalten.

Für seine außergewöhnlichen Verdienste wurde Manfred Louven vielfach ausgezeichnet. Die Verleihung der Gustav-Rau-Medaille in Gold der Deutschen Reiterlichen Vereinigung zählt ebenso zu den besonderen Ehrungen wie der Hessische Verdienstorden am Bande. Beide Auszeichnungen würdigen ein Lebenswerk, das weit über sportliche Erfolge hinausreicht und den Pferdesport nachhaltig geprägt hat.

Doch Auszeichnungen allein beschreiben nicht, was Manfred Louven für viele Menschen bedeutete. Für zahlreiche Reiterinnen und Reiter, Trainerinnen und Trainer, Züchter, Ehrenamtliche und Weggefährten war er Mentor, Ratgeber und Freund. Er hörte zu, gab Orientierung, öffnete Türen und schenkte Vertrauen. Viele erinnern sich nicht zuerst an seine Erfolge oder seine Ämter, sondern an persönliche Gespräche, an seine Gastfreundschaft, seine Hilfsbereitschaft und seine Fähigkeit, Menschen zu ermutigen und zu verbinden.

Gerade diese menschliche Seite machte ihn zu einer außergewöhnlichen Persönlichkeit. Er verstand es, Leistung und Menschlichkeit miteinander zu verbinden. Er war überzeugt, dass der Pferdesport von gegenseitigem Respekt, Fairness und Zusammenhalt lebt. Diese Werte hat er selbst vorgelebt und damit viele Menschen geprägt.

Mit dem Tod von Manfred Louven verliert der Pferdesport nicht nur einen bedeutenden Förderer, sondern einen Menschen, der Generationen inspiriert hat. Sein Wirken wird in den vielen Menschen weiterleben, die er begleitet, unterstützt und für den Pferdesport begeistert hat. Sein Vermächtnis bleibt sichtbar – in erfolgreichen Reiterinnen und Reitern, in geförderten Talenten, in gewachsenen Freundschaften und in einem Pferdesport, den er mit Leidenschaft und Weitblick entscheidend mit-gestaltet hat.

Unsere aufrichtige Anteilnahme gilt seiner Familie, seinen Angehörigen sowie allen Menschen, die ihm nahestanden. Wir wünschen ihnen Kraft und Trost in dieser schweren Zeit.

Wir werden Manfred Louven als außergewöhnlichen Pferdemenschen, als Persönlichkeit mit Haltung und als Vorbild für gelebtes Engagement in ehrender und dankbarer Erinnerung behalten.

Pferdesportverband Hessen e. V.

Text: chk