Den Auftakt am Dressurtag übernahmen die Pony-Zweispänner bei noch erträglichen Temperaturen. In dieser Konkurrenz kämpften acht Fahrer um den Titel des Hessenmeisters. Der Sieg ging nach Baden-Württemberg an Anna Genkinger, die sich mit ihrer gewohnt starken Vorstellung gegenüber Vanessa Böcking aus dem Saarland behauptete. Die stärkste Dressur aus hessischer Sicht fuhr Scarlett Sophie Grünewald. Mit ihren Haflingern rangierte sie auf Rang drei des 14 Starter starken Teilnehmerfeldes. Während Platz vier nach Baden-Württemberg an Alessandra Archetti ging reihten sich ab dem fünften Platz alle weiteren hessischen Fahrer ein. Tanja Schmelz fuhr als Fünftbeste noch in die Platzierungsränge. Im Marathon behauptete sich Anna Genkinger an der Spitze. Allerdings trumpfte Verena Engelbach mit ihren schnellen Welsh-Ponys auf, fuhr in Hindernis vier sogar zur Bestzeit und sicherte sich mit ihrer blitzschnellen Fahrt den zweiten Platz vor Vanessa Böcking. Damit übernahm die Silbermedaillengewinnerin des Vorjahres die Führung in der diesjährigen Hessenmeisterschaft. Denn auch wenn Scarlett Sophie Grünewald sich noch als Fünfte platzierte, war der Vorsprung aus der Dressur zu knapp für die neun Punkte schnellere Fahrt der Amazone. Auf dem Bronzerang rangierte weiterhin Tanja Schmelz, die im Gelände auf dem siebten Platz landete. Für den Abschluss dachte sich Parcourschef Uwe Fuchs einen Kegelparcours aus, der einige Tücken bereithielt. Vorübergehend rutschte Scarlett Sophie Grünewald durch 11,22 Strafpunkte um einen Platz in der Wertung um die Hessenmeisterschaft zurück. Der dritte Ball, der bei Tanja Schmelz‘ Fahrt fiel, war allerdings einer zu viel, sodass die beiden wieder Plätze tauschten. Nachdem Verena Engelbach in dieser Saison das Quäntchen Glück im Kegelfahren fehlte, behielt sie diesmal die Nerven und brachte den Titel sicher nach Hause. Mit 7,52 Strafpunkten kam sie als Viertbeste durch den Kegelparcours. Den Sieg sicherte sich Vanessa Böcking vor Anna Genkinger – die beiden zeigten die einzigen Doppel-Nullrunden – und Monja Hahn. In der Kombinierten Wertung ging der Sieg mit deutlichem Vorsprung an Anna Genkinger vor Vanessa Böcking. Ihnen folgte das hessische Treppchen: die neue Hessenmeisterin Verena Engelbach vor Vize-Meisterin Scarlett Sophie Grünewald und Bronzemedaillengewinnerin Tanja Schmelz. Hut ab vor Verena Engelbach, die bereits in Mellnau Hessenmeisterin bei den Pony-Einspännern wurde!
Bei den Zweispänner Pferden stieg Anna-Lena Wolf mit einer starken Vorstellung im Viereck ins Geschehen ein. Mit 70,5 Prozent setzte sie sich mit deutlichem Vorsprung an die Spitze des sechsköpfigen Starterfeldes. Mit 66,417 Prozent folgte István-Szabolcs Antal vom RFV Jägerhof Biblis mit seinen eleganten Rappen auf Platz zwei. Punktgleich mit 65,75 Prozent auf dem dritten Platz rangierten sein Vereinskollege Stefan Jäger sowie der österreichische Gastfahrer Michael Streinesberger. Der dritte Bewerber um die Hessische Meisterschaft, Eric- Peter Schäfer blieb den Hessen mit 64,917 Prozent auf dem Reserverang dicht auf den Fersen. Ihm gelang im Marathon eine Aufholjagd, indem er diesen mit vier Punkten Vorsprung vor István-Szabolcs Antal für sich entschied. Mit seiner rasanten Geländefahrt übernahm Eric-Peter Schäfer auch die Führung der Kombinierten Wertung. Im Kegelparcours zeigte Anna-Lena Wolf ihr ganzes Geschick und fuhr zu einem weiteren Sieg. Während bei ihr lediglich ein Ball zu Boden ging, purzelten bei István-Szabolcs Antal drei Bälle. Eric-Peter Schäfer verspielte mit zwölf Strafpunkten seine Führung und fiel auf den Silberrang zurück. Durch seine konstant guten Leistungen – dem jeweils zweiten Platz in allen Prüfungen – sicherte sich István-Szabolcs Antal schließlich den Sieg der Kombinierten Wertung und erstmals den Titel des Hessenmeisters. Der Marathon-Sieger Eric-Peter Schäfer erhielt die Silbermedaille, während die Siegerin der Dressur und des Kegelfahrens Anna-Lena Wolf auf den Bronzerang fuhr. In der Kombinierten Wertung verwies das hessische Trio die Mitbewerber aus Baden-Württemberg und Österreich auf Rang vier und fünf.
Acht Pony-Viererzüge stellten sich in der Dressur dem Richterurteil. Steffen Brauchle beeindruckte einmal mehr, denn mit seinem zehnjährigen Nepomuk setzte er drei fünfjährige Nachwuchsponys ein und sicherte sich mit einer Selbstverständlichkeit den Sieg. Landsmann Patrick Harrer fuhr in der Dressur noch auf Platz zwei, setzte sich im Marathon schließlich ganz knapp – mit 0,19 Strafpunkten Vorsprung – als Sieger vor Steffen Brauchle mit seinem jungen Gespann. Baden-Württembergs Vierspänner-Pony-Gespanne dominierten die Konkurrenz. Während Sabrina Schneider sich in der Dressur auf Rang drei platzierte, fuhr die amtierende Hessenmeisterin Petra Habich im Marathon auf den vierten Platz. Im Kegelfahren, fuhr neben dem Sieger Patrick Harrer mit Rebecca Klotz eine weitere Fahrerin aus dem Ländle in die Platzierung. Hinter ihr, auf Rang drei und vier rangierten aber die Bewerberinnen um die Hessenmeisterschaft. Während Petra Habich mit einer Doppelnullrunde vorlegte, fuhr Sabrina Schneider auf Sicherheit – mit nur einem Ball wäre ihre Führung in der Hessenmeisterschaft Geschichte gewesen. Aber ihre Taktik ging auf: Fehlerfreie Fahrt im Parcours bei 0,38 Strafpunkten für Zeitüberschreiten. Damit holte sich die Hessenmeisterin von 2024 den Titel 2026 wieder zurück. Auch wenn die Damen den Wettbewerb um Gold und Silber unter sich ausmachten, war ein dritter Starter in der Meisterschaft nötig. Christoph Pabst zeigte mit seinen Haflingern anschauliche Leistungen in allen drei Prüfungen und sicherte sich damit die Bronzemedaille. Die Kombinierte Wertung entschied Steffen Brauchle vor Patrick Harrer und Anne Hürster für sich.
Lokalmatador Jens Chladek startete als einziger Vierspänner bei den Großpferden – wenn nicht zu Hause, wo dann? Das heimische Publikum feierte ihn für seine Starts und damit für vier Siege. Allein der Aufwand, einen Viererzug vorzubereiten und anzuspannen ist allen Fahrern, egal ob Pferde oder Ponys, hoch anzurechnen. Es bleibt zu hoffen, dass in Zukunft auch in dieser Anspannungsart wieder eine Hessenmeisterschaft stattfinden kann.
Nachdem die Hessenmeister der Einspänner bereits Mitte Juli in Mellnau ermittelt wurden, bekam diese Anspannung in Viernheim eine Bühne auf A-Niveau. Zehn Ponys und Zwölf Pferde traten auf. Die Kombinierte Wertung der Einspänner Ponys entschied Janet Ehlert für sich. Sie erhielt in der Dressur – beim Sieg von Julian Angele mit der Traumnote 8,2 – die zweitbeste Wertnote 7,8. Als Dritte platzierte sich Franziska Keth mit einer ausdrucksstarken Vorstellung, vor Ansgar Bannert. Im Marathon siegte Letzterer mit Vasco – eine Woche zuvor ging das Gespann bereits als Geländesieger in Ottenheim hervor. Janet Ehlert sicherte sich im Marathon Platz vier hinter Leonie Armbruster und Jan Brauchle aus Baden-Württemberg. Das abschließende Kegelfahren entschied sie mit einer Doppelnullrunde für sich und verwies Lea Schmelzer, Leonie Armbruster und Jan Brauchle auf die Ränge.
Bei den Einspänner-Pferden hatte Helena Scheiter die Nase vorne. Außerdem sicherte sie sich mit ihrem zweiten Pferd den vierten Platz in der Kombinierten Wertung. Vorangegangen waren jeweils ein Sieg und ein dritter Platz in Marathon und Kegelfahren. Anke Unzeitig präsentierte ihr Nachwuchspferd Tarabelle. Sie rangierten nach Platz sieben in der Dressur und zwei zweiten Plätzen auch in der Kombinierten Wertung auf dem zweiten Rang. Dritter wurde Dressursieger Klaus Künzer mit Wera. In der Dressur feierte er außerdem den dritten Platz mit Vinaio.
