Voltigieren: Drei hessische L-Gruppen gingen beim Deutschen Voltigierpokal in Marbach an den Start. Foto: Tatjana Baier

Kelkheim erreicht das Finale der besten zwölf Mannschaften Deutschlands. Greifenstein und Molzbach überzeugen mit starken Auftritten, ausgezeichneten Pferden und bemerkenswertem Teamgeist.

Das Haupt- und Landgestüt Marbach war vom 26.-28. Juni 2026 Schauplatz des Deutschen Voltigierpokals der L-Gruppen. Ausrichter der Veranstaltung war der Voltigierverein Winnenden, der 35 qualifizierte Mannschaften aus dem gesamten Bundesgebiet begrüßen durfte. Mit den Teams aus KelkheimGreifenstein und Molzbach war auch der Pferdesportverband Hessen stark vertreten und konnte sich beim nationalen Saisonhöhepunkt der L-Gruppen hervorragend präsentieren.

Der Deutsche Voltigierpokal ist der wichtigste bundesweite Wettbewerb für L-Gruppen. Die Mannschaften qualifizieren sich über ihre Landesverbände und treffen in Marbach auf die besten Teams Deutschlands. In der Qualifikation mussten zunächst eine Pflicht und eine Kür absolviert werden. Aus beiden Durchgängen wurde das Gesamtergebnis ermittelt. Die zwölf notenbesten Mannschaften aller drei Abteilungen qualifizierten sich anschließend für das Finale. Aufgrund der hochsommerlichen Temperaturen entschieden sich Veranstalter und Richtergremium aus Gründen des Pferdewohls dazu, am Finaltag ausschließlich eine Kür durchführen zu lassen.

Mit dem traditionsreichen Haupt- und Landgestüt Marbach, Deutschlands ältestem staatlichen Gestüt, bot die Veranstaltung eine beeindruckende Kulisse für hochklassigen Voltigiersport. Gleichzeitig stand auch das Wohl der Pferde im Fokus. Im Rahmen des Turniers begleiteten Tierärzte eine wissenschaftliche Studie, bei der verschiedene Parameter zur Belastung der Voltigierpferde während des Wettkampfs erhoben wurden. Ziel der Untersuchung ist es, neue Erkenntnisse für einen noch pferdegerechteren Trainings- und Wettkampfbetrieb zu gewinnen.

Kelkheim zieht ins Finale ein

Den größten sportlichen Erfolg aus hessischer Sicht feierte das Team Kelkheim. Gemeinsam mit Longenführerin Katharina Pfaffinger und Crisu SG zeigte die Mannschaft zwei konstante Leistungen in Pflicht und Kür. Mit einer Wertnote von 6,238 belegte Kelkheim Platz fünf in der zweiten Abteilung und qualifizierte sich damit als eines der zwölf notenbesten Teams des gesamten Teilnehmerfeldes für das Finale. Dort präsentierte sich das Team erneut souverän und schloss den Deutschen Voltigierpokal auf einem hervorragenden 10. Platz ab.

Das Team Greifenstein mit Longenführerin Andrea Hofmann und Fairytale 125 zeigte insbesondere in der Pflicht eine überzeugende Leistung und erreichte mit einer Endnote von 5,872 den 5. Platz in der ersten Abteilung. In dem leistungsdichten Teilnehmerfeld reichte dieses Ergebnis zwar nicht für die Finalqualifikation, dennoch hinterließ das Team einen starken Eindruck.

Auch das Team Molzbach stellte sich erfolgreich der nationalen Konkurrenz. Kurzfristig musste die Mannschaft auf den Wallach Elias umsteigen, der eigentlich das A-Team des Vereins im Wettkampf begleitet. Gemeinsam mit Longenführerin Victoria Baier meisterte das Team diese besondere Herausforderung bemerkenswert souverän und belegte mit einer Wertnote von 6,032 den 8. Platz in der dritten Abteilung.

Auszeichnungen für Pferde und Pflichtleistungen

Neben den Mannschaftsergebnissen sorgten auch die Pferde des Pferdesportverbandes Hessen für besondere Aufmerksamkeit. Crisu SG erhielt in seiner Abteilung die zweitbeste Pferdenote, während Fairytale 125 mit der drittbesten Pferdenote ausgezeichnet wurde. Die Bewertungen unterstreichen die hervorragende Ausbildung der Pferde und die harmonische Zusammenarbeit zwischen Pferden, Longenführern und Voltigierern.

Auch in den Pflichtübungen konnten hessische Sportler glänzen. Johann Haschtschek turnte die drittbeste Pflicht seiner Abteilung. Ebenfalls über die drittbeste Pflicht ihrer Abteilung durfte sich Jenne Marie Bauer aus Greifenstein freuen.

Eine ganz besondere Geschichte schrieb zudem Anna Specht, Landestrainerin und Mannschaftsführerin der hessischen Delegation. Nur eine Woche vor dem Deutschen Voltigierpokal suchte das Team Fredenbeck kurzfristig nach einem geeigneten Pferd. Specht stellte daraufhin ihren Wallach Comet zur Verfügung und übernahm gleichzeitig die Longenführung der Mannschaft. Das außergewöhnliche Zusammenspiel funktionierte auf Anhieb. Comet erhielt gemeinsam mit dem niedersächsischen Team die zweitbeste Pferdenote des gesamten Turniers.

Gelungener Auftritt der hessischen Mannschaften

Auch wenn letztlich nur Kelkheim den Sprung ins Finale schaffte, fiel die Bilanz für den Pferdesportverband Hessen durchweg positiv aus. Der Deutsche Voltigierpokal in Marbach zeigte einmal mehr die enorme Leistungsdichte im deutschen L-Gruppen-Voltigieren. Gleichzeitig machten die hessischen Teams deutlich, dass sie auch auf nationaler Ebene hervorragend mithalten können. Mit zahlreichen positiven Eindrücken, wertvollen Erfahrungen und besonderen Auszeichnungen im Gepäck dürfen die Mannschaften optimistisch auf die zweite Saisonhälfte und die kommenden Aufgaben blicken.

 

Text: Tatjana Baier